Am 27. Januar 2026 luden die Grünen Rosenheim die Bürger*innen der Innenstadt zu einer Stadtteilveranstaltung in der Gaststätte Tante Paula ein. Im Fokus standen die Themen Wohnen, Verkehr und Lebensqualität.
Die Veranstaltung eröffnete Anna Rutz, die Oberbürgermeisterkandidatin der Grünen Rosenheim. Danach stellte Ulrike Sowa, die baupolitische Sprecherin der Grünen im Bayerischen Landtag, aufschlussreiche Zahlen und Fakten rund um Bauen und Wohnen vor: So zählt Rosenheim zu den teuersten Städten Bayerns bei Mietpreisen. Mit einem durchschnittlichen Quadratmeterpreis von 17,49 Euro bei Neubauwohnungen liegt Rosenheim auf dem Niveau von Düsseldorf (mit 17,66 Euro). Das ist zwar immer noch deutlich unter dem Mietpreis von München, der im Durchschnitt 24,84 Euro pro Quadratmeter beträgt (Zahlen aus dem 4. Quartal 2025). Was allerdings bedeutet, dass der Druck auf den Wohnungsmarkt in Rosenheim noch steigen wird, schließlich ist die Stadt nicht nur von den Kosten her attraktiv für Menschen, die sich München nicht mehr leisten können oder wollen.
Ursula Sowa hatte allerdings nicht nur düstere Zahlen dabei, sondern stellte eine Reihe von Maßnahmen vor, die Bauen wieder günstiger und Mieten bezahlbar machen sollen. Beispielsweise das Reduzieren von Vorschriften und das Konzept „Umbau statt Abriss“. Beides ist heute schon möglich (beziehungsweise demnächst): Zum einen durch den neuen Gebäudetyp E, zum anderen durch die bereits in Bayern beschlossene „Umbauordnung“ für leer stehende Gebäude, etwa Büros. Weitere Möglichkeiten, die sie vorstellte, sind das Nachverdichten ohne Flächenverbrauch, zum Beispiel durch Aufstocken vorhandener Gebäude – so ließen sich deutschlandweit 1,1 Millionen zusätzliche Wohnungen schaffen.
Im Anschluss nutzten die Anwesenden die Gelegenheit, untereinander und mit Anna Rutz, Ursula Sowa und einigen Stadtratskandidaten der Grünen über die Themen Wohnen, Leben in Rosenheim, Lebensqualität und Verkehr zu diskutieren. Die Grünen wollten wissen, wo die Bürger der Schuh drückt und was sie von der Politik erwarten.
Die Kernforderungen der Bürger*innen waren ähnlich wie in den beiden vorangegangenen Stadtteilveranstaltungen der Grünen in Oberwöhr und Pang:
- Bezahlbares Wohnen für Normalverdiener, junge Familien, ältere Menschen ebenso wie für Menschen mit wenig Einkommen.
- Zukunftsorientiertes Bauen, das die kommenden Herausforderungen anpackt (immer heißere Sommer, Trockenheit und lokale Starkregen). Konkret: mehr Bäume in der Stadt, die für Schatten, Abkühlung und bessere Luft sorgen, grüne Frischluftschneisen gegen die Erhitzung in der Stadt sowie begrünte Dächer und Fassaden.
- Ein Mobilitätskonzept, das die Bedürfnisse aller Verkehrsteilnehmer in Ausgleich bringt, ob Autofahrer, Fußgänger, Radfahrer oder Nutzer des ÖPNV. Zu den Wünschen zählen verkehrsberuhigte Zonen, durchgängig Tempo 30 in der Innenstadt, sichere Radwege – auch ins Umland – sowie die Förderung von Carsharing. Auch das Konzept des Rosenheimer Radentscheids und die abgestimmte Umwidmung von Straßen in Einbahnstraßen wurden genannt.
- Angebote, die die Lebensqualität der Bürger erhöhen: ausreichend Hortplätze, Ferienbetreuung, mehr Sporthallen für Schulen und Vereine, mehr Spiel- und Bolzplätze, Probenräume für Bands und Musikgruppen sowie konsumfreie Zonen für Jung und Alt.
Anna Rutz fasst am offiziellen Ende der Veranstaltung zusammen: „Für mich hat sich durch den Vortrag von Ulrike Sowa und die verschiedenen Gespräche wieder einmal gezeigt, dass lebenswertes Wohnen ganz viele Aspekte hat: Wie bauen wir unsere Städte und Häuser so, dass das Wohnen bezahlbar bleibt und die Städte zukunftsfähig werden? Das reicht von Bäumen und grünen Frischluftschneisen über kluges und günstiges Bauen bis zu einem Verkehr, der die Bedürfnisse aller berücksichtigt: Autofahrer, Radfahrer, Fußgänger, Junge wie Alte. Das müssen wir alles zusammen denken. Das ist wie bei Zahnrädern: Jedes einzelne bewegt etwas Kleines, nur miteinander bewegen sie etwas Großes.“
Damit war der Abend aber noch nicht vorbei: Einige Grüppchen blieben noch länger und diskutierten munter weiter.
Bild: Anna Rutz, die Oberbürgermeisterkandidatin der Grünen Rosenheim.